Konzerte

No. 1 „Traumwerk“

19.10.2019, 16:00 Uhr //Trafo Jena

     Barockensemble Capella Jenensis
     Lichtkünstlerin Claudia Reh (Echtzeitlicht)
     Schülerarbeiten des Christlichen Gymnasiums Jena

Antonio Vivaldi // Vier Jahreszeiten
sowie andere Werke aus Barock & Renaissance

Eintritt //14,- Euro, erm. 9,- Euro, Schüler 5,- Euro

Licht und Leben – Raum und Klang – Bild und Illusion – Werden und Vergehen:
Seit jeher sind Natur und Musik untrennbar miteinander verbunden. Unsterbliche Orchesterwerke wie Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ sind neben plakativen Opernszenen und verschlüsselten Naturbetrachtungen der Renaissance Ausgangspunkt für eine komplexe audio-visuelle Performance.

Das lebensspendende Element des Lichts rückt mit live für Musik, Raum und Menschen erschaffenen Lichtinstallationen der Dresdener Künstlerin Claudia Reh (Echtzeitlicht) in den Mittelpunkt. Tauchen Sie ein in die besondere Atmosphäre der alten Trafo-Station – pulsierend, tönend, leuchtend, wandelbar!

Für dieses Konzert wird das Barockensemble in der großen Besetzung eines Kammerorchesters mit 10 Mitwirkenden (Violinen, Violen, Violoncelli, Violone und Cembalo) auftreten. Weiterhin wird mit Schülern des Christlichen Gymnasiums Jena im Vorfeld des Konzerts ein Projekt durchgeführt, bei dem sich die jungen Menschen ebenfalls gestalterisch mit Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ auseinandersetzen. Unter dem Eindruck der zeitlosen Musik gestalten sie Zeichnungen und Malereien, die beim Konzert in der Trafo-Station ausgestellt werden.

No. 2 „Transitions – von Barock zu Jazz“

16.11.2019, 19:30 Uhr //Café Wagner

     Barockensemble Capella Jenensis
     Julie Campiche Quartet (Webseite)

Werke von Tarquinio Merula, Diego Ortiz, Marin Marais //Jazzarrangements

Eintritt //14,- Euro, erm. 9,- Euro, Schüler 5,- Euro

Quartett mal zwei! Ein Consort mit den historischen Instrumenten Blockflöte, Viola da gamba, Violone und Cembalo sitzt auf der Bühne einem Jazz-Quartett gegenüber: Eine höchst unwahrscheinliche Begegnung?

Anfang und Ende dieses Experiments sind gesetzt: Die fantastische Reise führt von der Barock- zur Jazzmusik. Spannung versprechen jedoch die Stationen dazwischen: Ausgehend von einer 400 Jahre alten, im 20. Jahrhundert wiederkehrenden Tradition beliebter, seit der Renaissance immer wieder gespielter und bearbeiteter „Standards“ werden zunehmend jazzige Töne angeschlagen, Klangspektren elektronisch verändert, unkonventionelle Grooves beigemischt sowie kompositorische und improvisatorische Elemente verwebt.

Julie Campiche / Schaffhouser Jazz Festival (CH) / © Nati

Neben Arcadelts „Perch‘al viso“ bilden Stücke aus dem fiktiven „Real Book“ dieser Zeit die musikalische Grundlage; so die bekannte Ciaccona von Tarquinio Merula (Venedig, 1637) oder Bearbeitungen der Folia von Ortiz bis Marais. Dazu bringt das “Julie Campiche Quartet” eigens erarbeitete Arrangements sowie das Flair internationaler Jazz-Festivals mit nach Jena.

In der originellen Besetzung Saxophon, Harfe, Kontrabass und Schlagzeug schafft diese Band mit einem ausgeklügelten Gemisch aus elektronischen Effekten und akustischen Klängen eine melancholisch angehauchte Atmosphäre, welche mühelos zwischen zarten, zerbrechlichen und treibend-ekstatischen Stimmungen hin und her pendelt.

Der aufregende Dialog zwischen alt und modern will Grenzen aufweichen, sucht nach Übergängen, vereint Fremdes und lotet den Grad der künstlerischen Freiheit aus.

Ausblick auf die Fortsetzung der Konzertreihe 2020:

No. 3 „Sphärenklänge“ // Nachtkonzert im Foyer der ThULB

Gemeinsam mit Choristen des „ensemble melanchTon“ Jena unter der Leitung von Ulrike Vorwald kommen im gläsernen Foyer der ThULB Werke zur Aufführung, die den besonderen Raumklang dieses Ortes nutzen. Auf der Grundlage der schwebenden Atmosphäre Gregorianischer Gesänge, welche ganz dem Göttlichen zugewandt sind, schaffen mehrchörigeWerke von Thomas Tallis und William Byrd einen„Surroundklang“. Sie nehmen das Publikum mit in eine Welt, in der sichdie Menschen noch ganz mit dem Himmel verbunden fühlten und so ihren Frieden fanden. In Kontrast dazu stehen zeitgenössische Kompositionen und Improvisationen, welche die Stimmung des Madrigals „Perch‘al viso“ aufnehmen und von der Zerrissenheit unserer heutigen Zeit berichten.

Der unkonventionelle Einsatz von Instrumenten (12 Musiker mit frühbarocken Streich- und Blasinstrumenten), Stimmen und Aktionen im Raum, Publikumsbeteiligung und der Austausch zwischen Musikern und Zuhörern machen das Konzert zu einem Erlebnis für alle Sinne und werfen die Frage auf, wie Musik heute gesellschaftswirksam sein kann.

No. 4 „Barock around the Block – Alte Musik meets HipHop“ // Imaginata

Wie in Arcadelts „Perch‘al viso“ finden sich auch in weiteren Madrigalen des 16. und 17. Jahrhunderts sowie in der neu erblühenden Opernkunst philosophische oder zeitkritische Themen, welche durchaus für unsere heutige Zeit Gültigkeit besitzen.

Von diesen Motiven und emotionalen Inhalten ausgehend formulieren Mitglieder der Bewegungsküche Jena e.V. ihre eigenen Texte. Dafür verwenden sie Stilmittel des HipHop und zeigen, wie aktuell die Themen für heutige Jugendliche sind. Dazu kommen artistische Breakdance Performances.

Hier treffen zwei Welten aufeinander, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Typisch verschlüsselte Werke aus Renaissance und Frühbarock, gespielt von einer Consort-Besetzung mit alten Instrumenten und Sängerin, sowie die äußerst direkten Rap-Texte und Moves der Jugendlichen. Es entsteht eine spannende Aufführung voller Kontraste, die dennoch zu einer gemeinsamen Aussage finden und letztlich klären wird: Wieviel Street Credibility hat Capella Jenensis?